Der Mythos von „leichten“ Einsparungen
Die Reduzierung von Verpackungskosten wird oft als risikoarm und ertragreich angesehen. In Wirklichkeit ist es jedoch eine der gefährlichsten Abkürzungen, die Unternehmen gehen können. Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der Reduzierung selbst – sondern darin, zu kürzen, ohne zu verstehen, was genau entfernt wird .

Warum das nach hinten losgeht (und wie man es vermeiden kann)
Das „unsichtbare Sicherheitsnetz“
Überflüssige Gestaltungselemente (zusätzliche Polsterung, strukturelle Verstärkungen) sind nicht verschwenderisch – sie sind Ihre Pufferzone gegen reale Unwägbarkeiten (unsachgemäße Handhabung, Wetteränderungen, Schocks in der Lieferkette). Entfernen Sie diese, und Sie rufen damit Ausfälle geradezu herbei.
Risiko wird nicht beseitigt – es wird verlagert
Kosteneinsparungen bei der Verpackung verlagern das Risiko oft auf andere Bereiche:
→ Höhere Ansprüche für Transportschäden
→ Mehr Kundenrücksendungen
→ Erhöhte logistische Komplexität
Ergebnis? Gesamtkosten steigen, nicht sinken.
Die organisatorische Blindstelle
Einkauf senkt Kosten. Logistik bewältigt die Folgen. Kundenservice bearbeitet Beschwerden. Niemand verantwortet das System. Verpackung wird zum austauschbaren Opfer für siloartige KPIs. Die Testfalle
L ab Ergebnisse ≠ reale Leistung . Ihr „perfektes“ Prototyp versagt, wenn:
· Mitarbeiter:innen Verpackungen anders behandeln
· Temperatur/Feuchtigkeit schwanken
· Prozesse in der Hochsaison beschleunigt werden
Lösung: Testen Sie unter realen Betriebsbedingungen – nicht nur in einem kontrollierten Labor.
Ihr Aktionsplan
Vor der Kürzung der Verpackungskosten:
·Identifizieren Sie das „Warum“ – Welches spezifische Risiko beseitigen Sie? (z. B. „Diese zusätzliche Schicht verhindert 80 % der Transportschäden“)
· Validieren Sie quer durch die Abteilungen – Holen Sie die Zustimmung aus Logistik und Kundenservice ein
· Testen Sie im großen Maßstab – Führen Sie einen dreimonatigen Pilotversuch mit echten Sendungen durch
Die Reduzierung der Verpackungskosten hängt nicht davon ab, wie viel Sie einsparen, sondern davon, was Sie beibehalten. Hören Sie auf, kurzfristige Erfolge zu verfolgen. Beginnen Sie damit, ein belastbares System aufzubauen.
